Konzert

Eingeladen hatte der Gesangverein Sulzheim in die St.-Ägidius Kirche zu einem nach eigenem Worten „außergewöhnlichen Konzertereignis“. Entsprechen groß war die Erwartung der zirka 120 Zuhörer. Hier noch ein Knarren der alten Holzbänke, dort ein unterdrücktes Husten. Ansonsten war es mucksmäuschenstill, bevor Chorleiter Stefan Rappelt mit seinen Sängern vom Eingang aus singend den Damen, die sich vor dem Altar versammelt hatten, feierlich entgegen schritten. Das zentrale Thema des Konzertes war das Gebet des Herrn, das „Vater unser“. Gleich zu Beginn entführten die Musiker gekonnt in die Mystik der mittelalterlichen Klöster mit einer der ältesten aufgezeichneten musikalischen Versionen des Gebet des Herrn.

Anhand des Martin-Luther-Liedes „Vater unser im Himmelreich“ wurde musikalisch durch das Konzert geführt. Jede Strophe des Lieder entsprach einer Bitte des „Vater unser“. Sie wurden dann mit Liedern aller Stilepochen eindrucksvoll dargestellt. Kompositionen wie „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, „Exultate Justi“, das schwedische „I himmelen“ oder das eindringlich besinnliche „Eli, Eli“ unterstrichen einfühlsam oder kraftvoll die Bedeutung des Gebetes für die Christenheit. Mit dem „Vater unser“ von Dimitri Bortjanski entfachten die Sängerinnen und Sänger den Zauber der russischen Musik im Sulzheimer Gotteshaus.

Zwischen den Liedbeiträgen zog Altbürgermeister Michael Geck die Zuhörer durch stilvoll vorgetragene meditative Texte in seinen Bann. Sie waren begeistert, Standing Ovations waren der verdiente Lohn der Künstler. Und so war auch Vereinsvorsitzende Karin Schlemmer mit der beeindruckenden Leistung ihrer musikalischen Gemeinschaft sehr zufrieden. In ihren abschließenden Worten bedankte sie sich bei ihren Mitstreitern, beim Chorleiter Stefan Rappelt, aber vor allem beim Publikum für den Applaus. Wer dieses außergewöhnliche Ereignis verpasst hat, kann sich von den Sulzheimern am Sonntag, 27. Mai, auf eine besinnliche Reise mitnehmen lassen. Dieses zweite Konzert findet in der Maria-Hilf-Kapelle in Bischwind um 18Uhr statt.

Main-Post, 24.04.2018 Matthias Wiener